Stellungnahme

Liebe Kolleg*innen, liebe Verbündete, liebe Freund*innen,

dem Verein Parteiliche Beratung Niedersachsen e.V. wird die Trägerschaft für die Beratungsstelle RespAct für Betroffene rechter, rassistischer und
antisemitischer Gewalt auf Beschluss des niedersächsischen Landespräventionsrats entzogen. Somit ist RespAct gezwungen, die unverzichtbare Arbeit zum 30.06.2020 einzustellen.

Wir befürchten, dass mit dieser Entscheidung eine unabhängige und parteiliche Beratungsstruktur in Niedersachsen zukünftig nicht mehr gewährleistet ist.
Insbesondere in Zeiten, in denen bundesweit antifaschistischen Vereinen wie VVN, Attac und Campact die Gemeinnützigkeit entzogen wird und zahlreiche demokratische Projekte von NGOs nicht weiter gefördert werden, sehen wir diese Entscheidung als weiteren Angriff auf zivilgesellschaftliche Strukturen. Wir sind fassungslos, dass dies passiert, während der herrschende Rechtsextremismus in einer rasenden Geschwindigkeit demokratische
Strukturen unterwandert und immer mehr Menschenleben einfordert.

Wir wollten diese Entwicklung und Strategien für die Sicherstellung von staatlich und politisch unabhängigen Beratungsstrukturen im Sinne der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Niedersachsen gerne mit euch gemeinsam diskutieren, aber aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Gefährdungslage und im Zuge des Infektionsschutzes vor COVID-19 mussten wir die geplante Veranstaltung am 20.03.2020 leider absagen.

Wir bauen auf eure Solidarität mit den Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. In diesen Tagen mehr denn je!
Solidarische Grüße

#HealthForAll

Team RespAct