Support RespAct

Solidarität für die unabhängige Beratungsstelle gegen rechte, rassistische und antisemitische Gewalt

In Tagen wie diesen sitzen der Schock und die Fassungslosigkeit besonders tief!“

RespAct – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt wird eingestellt

Am 26.02.2020 teilten Mitarbeiter*innen des niedersächsischen Landespräventionsrats (LPR) der Geschäftsführung des Dachverbands für unabhängige Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) in Berlin mit, dass das Projekt RespAct nicht weiter finanziert und somit eingestellt wird. Die Betroffenenberatung RespAct selbst wurde erst am 05.03.2020 informiert. Am 17.03.2020 wurde uns mitgeteilt, dass unsere Arbeit zum 30.06.2020 endet.

Obwohl den Mitarbeiter*innen die Arbeit immer wieder massiv erschwert wurde, hat RespAct sich in Niedersachsen als hochfrequentierte Anlaufstelle etabliert, was den Bedarf der Betroffenen weiter verdeutlicht. Vorstand und Team haben alles gegeben, um Betroffene zu unterstützen und in ihren Rechten zu stärken. Die Arbeit läuft mit vollem Engagement im Interesse einer demokratischen Gesellschaft – etwa 50% davon ehrenamtlich! Nun sollen wir einfach aufhören? In Tagen wie diesen sitzen der Schock und die Fassungslosigkeit besonders tief. Wir können nicht glauben, dass uns diese Nachricht erreicht, während wir doch eigentlich um die Mordopfer von Hanau trauern!

Aber wir haben nicht nur Hanau im Blick. Die Verbindungen und Verstrickungen des NSU in Niedersachsen, die völkischen Siedler*innen in der Lüneburger Heide, zahlreiche rechte Kameradschaften und andere organisierte Rechte, Niedersächs*innen die sich auf so genannten Feindeslisten zum Abschuss freigegeben wiederfinden, der Anschlag auf ein jüdisches Ehepaar in Hemmingen sowie eine rechtspopulistische Partei im niedersächsischen Landtag sind nur einige Beispiele, die rechte, antisemitische, rassistische menschenfeindliche Strukturen auch in Niedersachsen belegen. Die Aufzählung ist längst nicht vollständig und hinzu kommen die zahlreichen rechten, rassistischen und antisemitischen Angriffe auf Betroffene im Alltag, in Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen, Behörden, bei der Arbeit, im Supermarkt, auf der Straße etc.

Wir fordern:

  • Eine von Behörden unabhängige , parteiliche (d.h. auf der Seite der Betroffenen und nach ihren Bedürfnissen), aufsuchende und flächendeckende Unterstützung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Niedersachsen.
  • Rechte, rassistische und antisemitische Gewalt und Strukturen in Niedersachsen müssen beim Namen genannt und Betroffene geschützt und unterstützt werden!

Solidarisch mit allen Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

– Vorstand Parteiliche Beratung in Niedersachen e.V. und das Team der Beratungsstelle RespAct – Solidarisch mit Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Aktuelles

Liebe Kolleg*innen, liebe Verbündete, liebe Freund*innen,

dem Verein Parteiliche Beratung Niedersachsen e.V. wird die Trägerschaft für die Beratungsstelle RespAct für Betroffene rechter, rassistischer und
antisemitischer Gewalt auf Beschluss des niedersächsischen Landespräventionsrats entzogen. Somit ist RespAct gezwungen, die unverzichtbare Arbeit zum 30.06.2020 einzustellen.

Wir befürchten, dass mit dieser Entscheidung eine unabhängige und parteiliche Beratungsstruktur in Niedersachsen zukünftig nicht mehr gewährleistet ist. Insbesondere in Zeiten, in denen bundesweit antifaschistischen Vereinen wie VVN, Attac und Campact die Gemeinnützigkeit entzogen wird und zahlreiche demokratische Projekte von NGOs nicht weiter gefördert werden, sehen wir diese Entscheidung als weiteren Angriff auf zivilgesellschaftliche Strukturen. Wir sind fassungslos, dass dies passiert, während der herrschende Rechtsextremismus in einer rasenden Geschwindigkeit demokratische Strukturen unterwandert und immer mehr Menschenleben einfordert.

Wir wollten diese Entwicklung und Strategien für die Sicherstellung von staatlich und politisch unabhängigen Beratungsstrukturen im Sinne der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Niedersachsen gerne mit euch gemeinsam diskutieren, aber aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Gefährdungslage und im Zuge des Infektionsschutzes vor COVID-19 mussten wir die geplante Veranstaltung am 20.03.2020 leider absagen.

Wir bauen auf eure Solidarität mit den Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. In diesen Tagen mehr denn je!
Solidarische Grüße

#HealthForAll

Team RespAct

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Spenden für RespAct

können an folgendes Konto überwiesen werden:

Parteiliche Beratung Niedersachsen e.V.
Sparkasse Hannover
DE84 2505 0180 0910 3589 15
SPKHDE2HXXX

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